Bunbury

Art des Stücks: Komödie in drei Akten (Spieldauer rund 120 Minuten)

Autor: Oscar Wilde, schweizerdeutsche Bearbeitung durch den Theaterverein Staffeleggtal (inklusive Martin Willi)

Aufführungsrechte: Breuninger Verlag, Aarau – 062 824 42 34

Personen: 3 Herren / 6 Damen

Zeit: Zeitlos, Uraufführung 1895 in London, Bearbeitung im Jahre 2000

Ort der Handlung: 1. Akt – Algernon Moncrieffs Wohnung in der Half-Moon Street, London-West / 2. Akt – Garten des Manor House, Woolton, Hertfordshire / 3. Akt – Salon im Manor House, Woolton

Inhaltsangabe: Mit Bunbury überwand Oscar Wilde die in früheren Komödien zu beobachtende störende Diskrepanz zwischen Melodrama und geistreicher Konversation. Dies tat er, indem er das dramatische Geschehen als amüsante Farce gestaltete und es auf diese Weise in vollkommenen Einklang brachte mit den durch Aperçus, Paradoxa und Witz brillierenden Dialogen. In klassischer Komödientradition sind die Personen dieser „trivialen Komödie für ernsthafte Leute“ in Paaren gruppiert: Da ist der auf dem Lande wohnende Dandy John „Jack“ Worthing, der, um den Verpflichtungen seiner Umgebung von Zeit zu Zeit zu entrinnen, vortäuscht, seinen angeblichen Bruder Ernst in London zu besuchen, während er in Wirklichkeit unter diesem Namen dort der schlagfertigen Gwendolen Fairfax den Hof macht. Und dies mit Erfolg; denn, wie Gwendolen, die viktorianische Geisteshaltung ironisierend, sagt: „Wir leben in einem Zeitalter der Ideale. Und mein Ideal war es immer, jemanden zu lieben mit dem Namen Ernst. Der Name hat etwas, was absolutes Vertrauen erweckt.“ Jacks Spiegelbild ist sein Freund Algernon Moncrieff, der, um umgekehrt den gesellschaftlichen Verpflichtungen Londons zu entkommen, hin und wieder vorgibt, seinen auf dem Land wohnenden todkranken Freund Bunbury besuchen zu müssen. Unter diesem Vorwand gelingt es ihm, in Jacks Abwesenheit dessen geheim gehaltenen Landsitz aufzuspüren, wo er sich als Jacks Bruder Ernst ausgibt und sich sogleich mit Jacks Mündel Cecily Cardew verlobt, dem Ebenbild Gwendolens und mit der gleichen Vorliebe für den Namen Ernst. Das Gegenstück zu diesen beiden fantasievollen Paaren sind Miss Prism, die blaustrümpfige Gouvernante Cecilys, und der schwülstige Priester Chasuble, die sich ebenfalls zueinander hingezogen fühlen. Die einzige „Solistin“ in diesem Ensemble ist Gwendolens Mutter und Algernons Tante Lady Bracknell, ein Hausdrache, die das Glück aller drei Paare zunichte zu machen droht, bis sich nach allerlei Irrungen und Wirrungen alles in Wohlgefallen auflöst und sich herausstellt, dass Jack und Algernon tatsächlich Brüder sind und Jack tatsächlich auf den Namen Ernst getauft ist, was, wie es ironisch heisst, noch einmal „die Wichtigkeit Ernst zu sein“, unterstreicht.

Bühnenbild: Das Stück kann mit oder ohne Kulissen gespielt werden. Als Einrichtungsgegenstände wird folgendes benötigt: 1. Akt – Bücherregal, Salontisch mit drei Stühlen, ein Ohrensessel, ein Servierboy / 2. Akt – Podest mit einer Rosenpergola, darauf stehen drei verschnörkelte Gartenstühle und ein Gartentisch / 3. Akt – Tisch mit drei Stühlen und ein Bücherregal